Landesstützpunkt des Landesgolfverband Sachsen-Anhalt

  • Blick vom Grün auf Loch 14 zum Abschlag von Loch 10

    Plätze und Übungsgelände sind geöffnet.

  • Blick vom Grün von Loch 17 über den Hufeisensee

    Golf für (H)alle

  • Blick vom Abschlag über den Hufeisensee zur Fahne von Loch 16

    Das Sekretariat ist Montag bis Sonntag von 9.00-19.30 Uhr besetzt.

  • Das Grün von Loch 1 mit Hindernisbaum

    Der Kurzplatz ist geöffnet.


Eröffnung des 18-Loch Golfplatzes

Events

Die Dämmerung setzte schon ein und am Horizont erschien eine Fackel… getragen von niemand geringeren als der halleschen Olympia-Legende Waldemar Cierpinski… damit setzte er ein kleines Lagerfeuer in Brand und im Anschluss wurde durch den Abschlag dreier goldener Bälle der Golfplatz am Hufeisensee eingeweiht.

Die Inszenierung ist nicht zufällig gewählt. Der Golf ist ab sofort wieder olympisch. Und just am heutigen Donnerstag finden die ersten Turniere statt. Investor Norbert Labuschke hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, zu diesem Termin den Golfplatz einzuweihen. Es ist gelungen. Und das gegen etliche Widerstände. Dass sein Projekt nicht unumstritten ist, zeigte sich am Rande. Eine handvoll Vertreter von Grüner Jugend und Linksjugend protestierten gegen den Golfplatz. Die hatten eine aufblasbare Couch hingestellt, tranken etwas Sekt – doch ansonsten war vom kämpferischen Charakter, wie er noch mittags in einer Mitteilung an Medienvertreter geschickt wurde, nichts zu spüren. Selbst die Polizei, die mal kurz nach dem Rechten schaute, konnte wieder abfahren. Golf-Club-Manager Torsten Wolfram hatte zudem das Gespräch mit den Demonstranten gesucht und bot einen ausführlichen Austausch der Auffassungen an.

„Wir wollen maximale Transparenz“, sagte Wolfram gegenüber dubisthalle.de und versicherte, keine Chemikalien einzusetzen. „Wir brauchen keine Chemie. Wasser, Sand und Pflege reichen bei einem Golfplatz.“ Man tue mit dem Golfplatz sogar der Natur etwas Gutes, meinte Wolfram. Fünf künstliche Seen seien entstanden. Dort hätten sich nun die Uferschwalben angesiedelt, die es vorher gar nicht gab und die nun einen vorübergehenden Baustopp verursachen. Sobald die Vögel im Herbst nach Afrika ziehen wird weitergebaut. Für das nächste Jahr können sich die Uferschwalben auf Steilhänge zum Brüten freuen. Auch Nilgänse wurden beobachtet. Die intensive landwirtschaftliche Nutzung der Vergangenheit habe dem Areal geschadet, es sei zu Auswaschungen gekommen. Auch deshalb sei der Golfplatz besser für die Natur.

Man kennt sich
Etwa 150 Gäste waren zur Eröffnung gekommen. Dabei waren natürlich die Großsponsoren. So schaute Stadtwerke-Chef Matthias Lux vorbei, der übrigens nach eigenen Angaben nicht einmal die Spielregeln kennt. Auch etliche Stadträte kamen zur Eröffnung, wie Bernhard Bönisch und Andreas Scholtyssek (beide CDU) oder Ex-Stadtrat Gerry Kley (FDP). Die Linksfraktion hatte einst gegen den Golfplatz gestimmt. „Ich finde es aber richtig, als Stadtratsvorsitzender bei so einer Eröffnung dabei zu sein“, sagte der Stadtratsvorsitzende Hendrik Lange (Die Linke). Spielen wird er aber wohl nicht. „Golf hat mich noch nie gereizt.“

„Es ist geschafft. Ein Traum geht in Erfüllung“, freute sich Investor Norbert Labuschke. Er spielt seit mehr als 20 Jahren Golf und hatte jahrelang um den Platz gekämpft. Den ersten Anlauf unternahm er 1998. Damals hatte die Stadt ihm ein 20 Hektar großes Areal angeboten, also deutlich kleiner als jetzt. Labuschke ging auf die (erfolglose) Suche nach einem anderen Areal und die Stadt prüfte den Standort Hufeisensee zwischenzeitlich für ihr Stadion. Nachdem 2010 diese Idee verworfen wurde und die Entscheidung für einen Neubau am alten Standort fiel, kochte plötzlich die Idee wieder hoch. Zwei Mitarbeiter aus dem Stadtplanungsamt, beide zur Eröffnung anwesend, hatten sich laut Labuschke an das alte Projekt aus den 1990er Jahren erinnert und ihn angesprochen. Beide dürften Labuschke auch noch als ihren Chef kennen, war er doch schließlich einmal Baudezernent. So richtig Fahrt in den Golfplatzbau brachte übrigens ein Treffen zwischen der damaligen Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados und dem damaligen Präsidenten des Landesverwaltungsamtes Thomas Leimbach. Leimbach, übrigens Vizepräsident des Deutschen Golfverbandes e.V. und Präsident des Landesgolfverbandes Sachsen-Anhalt e.V., überzeugte Szabados, dass Halle einen Golfplatz braucht. Zur Eröffnung am Donnerstag gratulierte er nun Halle, jetzt werde die Attraktivität gesteigert, „das ist gut für Halle.“ Die Stadtverwaltung habe sich als zuverlässig und seriös erwiesen. Er selbst aber habe nicht daran geglaubt, dass der Golfplatz tatsächlich in diesem Jahr zum ersten Golftag während der Olympischen Spiele eröffnet wird.

Sponsoren hat Labuschke einige an Land gezogen. Die Stadtwerke beispielsweise, aber auch die Saalesparkasse, die einen Teil der Finanzierung übernommen hat. Die Radeberger Brauerei hat laut Labuschke Interesse für das geplante Restaurant angemeldet. Und auch der Luxuswagenhändler Maserati mit seiner Leipziger Niederlassung sponsert den halleschen Golfplatz. Dabei hätte das Unternehmen in Leipzig gleich die vierfache Möglichkeit gehabt, feixt Labuschke.

Oberbürgermeister Bernd Wiegand sprach vor allem den Posten der Stadt als wirtschaftlich starkes Gebiet an. Als Stadt wolle man Investoren die Möglichkeit geben, sich zu entfalten. Die Zustimmung zum Golfplatzbau sei eine „Selbstverständlichkeit“ gewesen, wenn die Stadt schon so ein Angebot erhalte. Sparkassen-Vorstand Jürgen Fox nannte Investor Norbert Labuschke einen „positiv Verrückten.“ Das Projekt, für das Fox übrigens mit im Bagger den ersten Spatenstich gesetzt hat, habe Hand und Fuß, es sei „keine Phantasterei“. Die Sparkasse war erst recht spät in das Projekt eingestiegen. Ursprünglich war die Volksbank als Finanzier angedacht. Doch wegen der Krise um den dortigen Vorstand stieg die Bank aus. Eine „Bildungslücke“ schließen will der Architekt der Anlage. Golfsport sei viel zu schön, um ihn der Bevölkerung vorzuenthalten. Zudem steigere der Golfplatz Freizeit- und Erholungswert der Stadt drastisch, einer der sogenannten weichen Standortfaktoren.

Quelle Text: www.dubisthalle.de/ Enrico Seppelt
Quelle Fotos: Golfclub Halle eV / Sven Rost


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